DenkmalDebatten
© Archiv Stadtforum Leipzig

Engagement für das bauliche Erbe aus der Mitte der Gesellschaft

Bürgersinn in der Denkmalpflege

Denkmalschutz ist seit dem 19. Jahrhundert als staatliche Aufgabe definiert. Trotzdem ist die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements für Denkmale kaum zu überschätzen. Es begleitet die Geschichte der Denkmalpflege seit ihren Anfängen: in Form der Geschichts- und Altertumsvereine ebenso wie mit den diversen Dombau- und Schlossvereinen. Eine regelrechte Bürgerbewegung für den Denkmalschutz trug dazu bei, dass das Jahr 1975 zum Europäischen Denkmalschutzjahr erklärt wurde. In dieser Tradition steht auch die 1985 gegründete Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit ihren vielen Förderern.

  • © Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Marie Luise Preiss

    1. Hälfte 19. Jahrhundert

    Altertumsvereine

    Bis ins 19. Jahrhundert fand vor allem das klassische Altertum antiquarisches Interesse. Nach und nach wandte man sich jüngeren "steinernen Urkunden" zu: die Verluste der Säkularisierung ließen die Bauwerke des Mittelalters und die historische Stadt in den Blick treten. Ihren Erhalt forderten nun die Geschichts- und Altertumsvereine.

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  • © Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Roland Rossner

    Um 1900

    Altstadtfreunde

    Im Zuge des Baubooms der Gründerzeit und den damit verbundenen baulichen Verlusten in den historischen Innenstädten entstanden um 1900 vielerorts Bürgerinitiativen zum Schutz der Altstädte. Auch die amtliche Denkmalpflege widmete damals dem Altstadtensemble zunehmend ihre Aufmerksamkeit.

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  • © Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Roland Rossner

    Frühes 20. Jahrhundert

    Die Technikerbewegung

    Es waren zunächst nicht Kunsthistoriker und Denkmalpfleger, sondern Ingenieure, die Bauten der frühen Industrialisierung und historische technische Anlagen - Mühlen, Schmieden oder Brücken - ins öffentliche Bewusstsein hoben. Sie als Denkmale zu behandeln, war eine Forderung der Technikerbewegung.

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  • Um 1910

    Denkmal- und Naturschutz

    Der Denkmal- wie der Naturschutzgedanke entstanden in Reaktion auf die Industrialisierung, die Ortsbilder und Kulturlandschaften massiv veränderte. Einen institutionellen Schulterschluss ging die Denkmalpflege 1911 mit dem Heimatschutz ein – einer Bewegung, die Natur- und Denkmalschutz miteinander verband.

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  • © Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz, Bonn

    Um 1975

    Bürger gegen Abriss

    Anfang der 1970er Jahre entstanden zahlreiche Bürgerinitiativen, die gegen die Zerstörung altstädtischer und gründerzeitlicher Wohnhäuser protestierten. Auf dem Höhepunkt ihrer Kritik am modernen Städtebau und dem Ruf nach einer humanen Lebensweise erzielte das Europäische Denkmalschutzjahr 1975 ungeahnte Erfolge.

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  • © Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Roland Rossner

    Um 2000

    Denkmalwächter

    In Zeiten schrumpfender Städte stehen in den strukturschwachen Regionen Deutschlands viele denkmalgeschützte Häuser leer. Gegen den voreiligen Abriss brachliegender Altbaubestände haben sich besonders in den ostdeutschen Städten Bürgerinitiativen gebildet, die neue Nutzungsperspektiven aufzeigen.

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  • Eduard Seifert, Großlohra

    Um 2010

    Kirche leer – was dann?

    Leere Gemeindekassen und schwindende Mitgliederzahlen der Kirchen erschweren die Bewahrung sakraler Denkmale zunehmend. Doch immer mehr Bürger setzen sich für den Erhalt kirchlicher Bauzeugnisse ein. Theologen, Denkmalpfleger und Architekten unterstützen sie in dem Bemühen, angemessene Nutzungskonzepte zu finden.

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  • Bei Abriss Aufstand, Stuttgart

    Um 2010

    Partizipation

    Mit lautstarkem Protest setzen sich Menschen in vielen Städten für Denkmale ein und fordern Mitspracherecht bei Entscheidungen über denkmalwürdige Gebäude – in Stuttgart für den Erhalt des Bahnhofs, in Hannover für den Plenarsaal des Landtags, in Köln für Riphahns Opernquartier. Sie verschaffen dem Denkmalschutz eine neue Stimme.

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